Buergermeisterkandidat 2011 Zossen

Entwicklungskonzept für den Zossener Stadtpark wurde dem KTL-Ausschuss vorenthalten

16.02.2012

Der Stadtpark Zossen soll wieder ein Aushängeschild werden

Seit Mitte 2010 versucht der Ausschuss KTL sich mit der Umsetzung des Beschlusses „Pflege- und Entwicklungskonzept für den Stadtpark Zossen" (Beschluss-Nr. 016/10 vom April 2010) zu beschäftigen.

Hierzu informierte die Bürgermeisterin M. Schreiber den Ausschuss, dass sich eine studentische Arbeitsgruppe mit einem gartendenkmalpflegerischen Konzept für den Stadtpark beschäftigt. Sobald diese Arbeit fertig ist, sollten die Ergebnisse im Ausschuss KTL präsentiert werden.

Während der KTL-Sitzung am 24.05.2011 erklärte die Bürgermeisterin dass die Stadt noch nicht im Besitz der Endergebnisse sei. Nun stellt sich allerdings heraus, dass eine entsprechende Bachelorarbeit bereits seit Ende September 2010 fertig vorlag und dem Ausschuss offensichtlich vorenthalten wurde.

Die Bachelorarbeit von Miriam Brzank (Technischen Universität Berlin; Institut für Stadt- und Regionalplanung - Fachgebiet Denkmalpflege) trägt den Titel: „Der Volkspark Zossen – Gartendenkmalpflegerisches Konzept für eine Stadtparkanlage der 1950er Jahre".

Der erste Teil der Arbeit umfasst einen historischen Exkurs. Der zweite Teil stellt eine Bestandsbeschreibung dar und im dritten Teil werden auch Hinweise für eine Instandsetzung bzw. Rekonstruktion des Parks gegeben.

Die Geschichte des Stadtparks ist eng verbunden mit der Geschichte der Burg Zossen bzw. dem Amtshof Zossen. Die Burg wurde auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel errichtet. Umschlossen war die Burg von einem Wassergraben. Um 1800 wurden die Gräben aufgefüllt und im Bereich des heutigen Parks entstanden Wiesen und Weiden. Im Jahr 1959 erhielt das Entwurfsbüro für Gebiets-, Stadt- und Dorfplanung den Auftrag für den Entwurf des Volksparks. Bereits 1956 wurden einige Elemente im Park realisiert, die in der 1959 begonnen Planung berücksichtigt wurden. Anfang der 1960iger Jahre waren die Arbeiten zum Aufbau des Stadtparks weitgehend abgeschlossen. Prägendes Element war der Springbrunnen. Östlich der Springbrunnenanlage gab es einen Dahliengarten. Am nördlichen Eingang, von der Kirchstraße kommend, gab es einen Rosengarten. Eine wichtige Sichtachse bestand von der Treppenanlage an der Bahnhofstraße über den Springbrunnen zu den Gebäuden des ehemaligen Schlosses. Um diesen Blick zu gewährleisten fanden sich  an den Böschung zum Schloss Blumenrabatten. 

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Im Laufe der Jahre kam es fortwährend zu Veränderungen und Umgestaltungen im Park. 1969 wurden im Eingangsbereich zum Stadtpark farbige Platten ausgelegt, um den Parkbesuchern bei regnerischem Wetter die Durchquerung besser zu ermöglichen. Eine große Veränderung brachte das Jahr 1978. Mit dem Bau des "Parks der Freundschaft" wurden der Stadtpark und die Festwiese am "Weißen Schwan" erweitert. Beide Parkteile wurden 1980 mit einer provisorischen Brücke verbunden.

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Der heutige Zustand des Parks lässt die Grundausrichtung noch erkennen. Bemängelt werden die Vernachlässigung der Schnitttätigkeit und Pflege. Hierdurch sind viele Sichtbeziehungen verloren gegangen. Durch mangelnde Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen befinden sich heute auch die Architekturelemente in einem schlechten baulichen Zustand. Eine große Gefahrenstelle stellt die Treppenanlage an der Bahnhofstraße dar. Viele Stufen sind locker oder nach vorne abgekippt. Insgesamt stellt sich der Volkspark heute substanziell reduziert und verwahrlost dar.

Um der Stadt ein neues Aushängeschild zurück zu geben und den Grundgedanken zu erhalten soll die Anlage restauriert, rekonstruiert und instand gesetzt werden. Das gartenpflegerische Konzept für den Stadtpark greift dabei die ehemalige Konzeption einer Volksparkanlage wieder auf.

Die Karte Konzepttion können Sie hier als pdf-Datei öffnen:

Ziel ist es, die Sichtbeziehungen wieder herzustellen, die Blumenbeete, insbesondere den Dahlien- und Rosengarten wieder herzustellen. Die Architekturelemente sollen erneuert und Bänke aufgestellt werden. Am Nottekanal soll eine Anlegestelle geschaffen werden.

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Auch die Bastion soll instandgesetzt werden.

Die nächsten Schritte:

- Der Bereich westlich des Nottekanals sollte in die Parkkonzeption einbezogen werden.

- Berücksichtigt werden sollte gemäß dem Beschluss (016/10) der SVV vom 14.04.2010 auch der Bereich des alten Hafens am E-Werk und die Zuwegung zum E-Werk sowie der Bereich an den Kalkschachtöfen (Die Anlage zum Beschluss 016/10) können Sie hier als pdf-Datei öffnen).

- Der Eingangsbereich an der Bahnhofstraße und der Weg bis zum Springbrunnen sollten nicht als wassergebundene Decke ausgeführt werden, sondern wie in der Vergangenheit mit Sandsteinplatten befestigt werden. An dieser Stelle ist mit der Umsetzung des Parkkonzeptes zu beginnen. Hierzu sind Ausführungsplanungen in Auftrag zu geben.

- Auf eine neue Anlegestelle im Park im kann verzichtet werden, da bereits eine Anlegestelle am Hotel & Restaurant „Weißer Schwan“ besteht. Am alten Hafen im Bereich des E-Werks sollte eine Anlegestelle vorgesehen werden. Hier können bereits Paddelboote ausgeliehen werden.  

- Bei der Erarbeitung der Konzeption sind gemäß dem o. g. Beschluss der SVV die historische Bedeutung des Park- und Burgareals zu berücksichtigen. Die noch vorhandenen geschichtlichen Spuren (baulichen Reste und archäologische Befunde)  und Strukturen sind zu erfassen, zu berücksichtigen und - soweit möglich - sichtbar zu machen. Dies ist bislang noch nicht geschehen und muss nachgeholt werden. Die Konzeption sollte erste Vorschläge für die Entwicklung des Burgareals umfassen und mit der Parkkonzeption in Verbindung bringen. Auch das muss noch nachgeholt werden.

- Ein konkreter Pflanzplan muss erarbeitet werden.

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